2017-10-18 Aus-Kimmeridge-wird-RDG

Aus Arbeitskreis Fracking
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Feld Borsum: RDG GmbH neuer Rechteinhaber

18.10.2017

Wie bereits Anfang des Jahres bekannt wurde, hat die Firma RDG GmbH das Erlaubnisfeld "Borsum" von der Kimmeridge GmbH übernommen. Mittlerweile wurde veröffentlicht, dass die Firma RDG GmbH Kimmeridge Energy aufgekauft hat. [1]

Auch fand bereits ein Treffen von Vertretern der erdölfördernden Firma RDG GmbH (Feld Borsum, betrifft Westl. Braunschweig) und der Stadt Braunschweig statt, wie im Planungs- und Umweltausschuss am 09. August mitgeteilt wurde [2]

Die zwei neu in den Rat gewählten Mandatsträger von DIE FRAKTION P² (PIRATEN/PARTEI) nahmen das zum Anlass in der darauf folgenden Ratssitzung genauer nachzufragen: [3]

Hier die Anfrage:

Erlaubnisfeld Borsum: Treffen vom 12. Juli 2017

Sachverhalt: Wie im Planungs- und Umweltausschuss am 09.08.2017 mitgeteilt wurde, fand Mitte Juli ein Treffen von Vertretern der erdölfördernden Firma RDG (Feld Borsum, betrifft Westl. Braunschweig) und der Stadt Braunschweig statt.

Der Verwaltung ist bekannt, wie sensibel der Rat und die Einwohner mittlerweile bei dem Thema Erdgas- und Erdölförderung in Braunschweig reagieren. Die Begleitumstände wie z. B. Einflüsse auf die Umwelt sind vielschichtig und die technischen Verfahren auch bei der Reaktivierung ehemaliger Bohrlöcher und Geothermie weiterhin umstritten.

Vor diesem Hintergrund fragen wir an:

Hat sich die Stadtverwaltung die Definition der RDG zum Begriff "Fracking" erläutern lassen?

Warum sind von Seiten der Stadt keine Vertreter der Fraktionen/Gruppe sowie ein neutraler Sachkundiger für derzeit angewendete Verfahren zur Nachnutzung alter Erdölbohrlöcher zu dem Gespräch eingeladen worden?

Nach bzw. mit welchem Verfahren/Fördertechnik gedenkt die RDG die alten Bohrlöcher zu nutzen (mit welchen Mitteln, Wassermengen und welchem Druck, Lazarusverfahren, EOR-Verfahren?)


Hier die Antwort der Verwaltung: [4]

Zur Anfrage der Fraktion P2 im Rat der Stadt vom 9. August 2017 (17-05090) nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung:

Die RDG hatte bei der Verwaltung um einen Gesprächstermin nachgesucht, um sich vorzustellen. Diesem Wunsch war am 12. Juli 2017 entsprochen worden. Über das Gespräch ist ein Protokoll angefertigt und den politischen Gremien zur Kenntnis gegeben worden. Als Quintessenz des Gesprächs wurde darin unter anderem festgehalten, dass die RDG angegeben hatte, kein Fracking im Erlaubnisfeld Borsum einsetzen zu wollen.

Dies vorausgeschickt, wird die Anfrage wie folgt beantwortet:

Zu 1: Wie zuvor dargelegt, hat die Firma RDG in dem in Rede stehenden Gespräch Fracking als Fördermethode ausgeschlossen. Auf seinerzeitige verwaltungsseitige Nachfrage war auch bestätigt worden, dass von diesem Ausschluss auch alle, vielleicht unter einer anderen Bezeichnung laufenden, aber ähnlich gelagerten Verfahren erfasst seien. Aufgrund der Anfrage hat die Verwaltung die RDG nochmals um eine kurzfristige schriftliche Bestätigung dieser Aussage gebeten. Die RDG teilt hierzu mit E-Mail vom 11. August 2017 mit: „Unter Fracking, sowohl "konventionell" als auch "unkonventionell", verstehen wir das Erzeugen künstlicher Fließwege in der Lagerstätte durch Aufbringung von hydraulischem Druck z.B. durch Wasser. Das Fracking-Verfahren wird von der RDG grundsätzlich nicht zur Anwendung gebracht.“


Zu 2: Wie bereits dargelegt, ging die Initiative zu dem Gespräch von der RDG aus, die die Verwaltung um ein Gespräch mit dem Ziel des gegenseitigen Kennenlernens gebeten hatte. Über Fördertechniken im Detail wurde nicht weiter gesprochen, zumal der RDG zurzeit auch nur das Recht zusteht, Daten zum Erlaubnisfeld Borsum zu beschaffen und auszuwerten. Jedwede Maßnahme im oder am Boden bedarf zuvor eines bergrechtlichen Genehmigungsverfahrens.


Zu 3: Zum Punkt „Nachnutzung alter Erdölbohrlöcher“ gibt die RDG ebenfalls mit E-Mail vom 11. August 2017 an:

„Zur Förderung von Erdöl kommen herkömmliche Tiefpumpen zum Einsatz. Allesfälliges (= ggf. vorkommendes, Anm. der Verw.) Erdgas oder Erdöl-Begleitgas strömt selbsttätig aus der Lagerstätte dem Bohrloch zu. Ein sogenanntes "Lazarus-Verfahren" ist uns nicht bekannt. Methoden des EOR (Enhanced Oil Recovery, zu Deutsch: verbesserte Entölungs-Verfahren) kommen aus heutiger Sicht nicht zum Einsatz. In jedem Fall unterliegen solche Methoden einem behördlichen Genehmigungsverfahren mit entsprechender Beteiligung der öffentlichen Stellen.“


Quellen
[1] http://www.rdg.energy
[2] https://ratsinfo.braunschweig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1006597
[3] https://ratsinfo.braunschweig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1006820
[4] https://ratsinfo.braunschweig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1006879