Begrifflichkeiten

Aus Arbeitskreis Fracking
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Hier sollen Begrifflichkeiten aufgeführt und beschrieben werden, die in den Diskussionen immer wieder zum Tragen kommen. Es ist wichtig den Gebrauch der verschiedenen Begriffe nachvollziehen zu können, um selbst zu einer besseren Einschätzung zu kommen und ggf. auf diese Begriffe entsprechend reagieren zu können.

Diese Liste wird im Laufe der Zeit noch ergänzt.



Firmen und Institutionen

Firmen und Institutionen Bedeutung der Begriffe
BNK, RWE Dea, Wintershall Firmen, die im Großraum Braunschweig Fracking einsetzen wollen, zu Erlaubnisfeldern in Deutschland siehe: http://www.unkonventionelle-gasfoerderung.de/bekannte-foerderorte
LBEG Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG Niedersachsen)
BGR Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe mit Sitz in Hannover (BGR)
Wasserbehörden <folgt>

Begriffe der involvierten Gesetzestexte

Es gibt verschiedene Gesetzestexte, die für ein Frackingverfahren hinzuzuziehen sind.

Begriffe aus Gesetzestexten Bedeutung der Begriffe
Aufsuchungserlaubnis Muss durch das LBEG erteilt werden, damit nach Erdgasvorkommen gesucht (s. Erkundung, Expolration) werden darf (BBergG)
Feld, Erlaubnisfeld Die exakt bestimmte Fläche innerhalb der die anfragende Firma - beispielsweise zur Aufsuchung - nach den zutreffenden Forschriften tätig werden darf (BBergG)
Erkundung, Exploration Beinhaltet sowohl seismische Untersuchung als auch Probebohrungen (hierbei darf bereits Fracking-Flüssigkeit eingesetzt werden (BBergG)
Bewilligung Muss erteilt werden, damit regulär Erdgas gefördert werden darf (BBergG)
Betriebspläne Müssen sowohl zur Aufsuchung, als auch zur Bewilligung dem LBEG vorgelegt werden (BBergG)

Fachbegriffe Fracking

Begriffe zum Fracking Bedeutung der Begriffe
Fracking-Flüssigkeit Gemisch aus (sehr viel) Wasser und (tonnenweise) Chemikalien, welches unter hohem Druck in ein Bohrloch gepresst wird, um Gesteinsformationen unter Tage aufzubrechen, um Wegbarkeiten zu schaffen. Üblicherweise versetzt mit Stützmitteln, um durch Fracking erzeugte Risse auf Dauer offenzuhalten. Meist wird da nur von Sand gesprochen. Die Flüssigkeit braucht eine fallabhängige Viskosität, um Stützmittel effektiv transportieren zu können.
Additive Bezeichnet die chemischen Zusätze in der Fracking-Flüssigkeit
Flowback Nur der ins Bohrloch hineingepumpte Teil der der bei Gasförderung zutage kommenden Flüssigkeitsgesamtmenge. In der Realität kommt nicht nur genau das hoch, was hineingepumpt wurde, sondern ein entstehendes Gemisch aus Fracking-Flüssigkeit, Lagerstättenwasser und Weiterem. Über die Begriffsdefinition von Flowback wird die Existenz von Lagerstättenwasser als Förderbeiprodukt offenbar gerne verschwiegen.
natürliche Radioaktivität Natürlich vorkommende radioaktive Substanzen (normally occurring radioactive substances - N.O.R.M.) können im Lagerstättenwasser (z.B. Radium 226 und Radium 228) und im Erdgas (Radon) auftreten. Die natürliche Radioaktivität wird in den §§ 98 folgende der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) geregelt. Die radioaktiven Rückstände der Erdöl- und Erdgasindustrie in Form von Schlämmen und Ablagerungen sind in Deutschland entsprechend der Vorgaben der StrlSchV behördlich zu überwachen. Wie das genau geschieht ist unklar. Das gesamte Konzept, den Transport radioaktiver Nuklide durch Menschenhand in der Kategorie "natürliche Strahlung" als Normalität darzustellen und sich dadurch der Verantwortung entziehen zu können ist schon mehr als grenzwertig. Denn es stellt einen Unterschied dar, ob radioaktive Nuklide wie Uran im festen Untergrund gebunden sind, oder durch Fracking ggf. mobilisiert und freigesetzt werden. Diverse "Fachleute" blenden diesen qualitativen Unterschied ohne jedwede Rücksicht aus.
Lagerstättenwasser Lagerstättenwasser ist in der jeweiligen Formation frei zirkulierendes Wasser und Porenhaftwasser, das über geologische Zeiten hinweg keinen Kontakt mit der Atmosphäre hatte. Bei Schiefergaslagerstätten handelt es sich vorwiegend um Porenhaftwasser. Hohe Drücke und Temperaturen der tiefen Lagerstätten führen dazu, dass diese Lagerstättenwässer hochmineralisiert und möglicherweise radioaktiv sind. Das Lagerstättenwasser ist daher als wassergefährdender Stoff zu betrachten und dementsprechend zu behandeln.

Das sog. Lagerstättenwasser wird gerne verschwiegen, wobei es sich dabei um gefährliche gelöste Stoffe handelt, die einfach wieder in „leere“, in ausgediente Erdgaslagerstätten verpresst werden.

Das Lagerstättenwasser kommt neben Flowback bei Gasförderung an die Oberfläche. Die darin mitgespülten ggf. radioaktiven Feststoffe und darin gelösten radioaktiven Gase wie z.B. Radon[1] zählen laut Definition der Industrie offenbar nicht zum Lagerstättenwasser, sondern werden gerne verschwiegen.


Auch gerne verschwiegen wird der Hinweis, dass Existenz von Radon ein Indikator für das Vorliegen von Radium und Uran ist.

Radium Der Radiumgehalt eines Gesteines ist proportional zu dessen Urangehalt, da in der Natur Radiumisotope beim Zerfall von Uran (U) und Thorium (Th) gebildet werden.

Radium 226 ist ein Produkt der Uran 238 - Zerfallsreihe und mit einer Halbwertszeit von 1601 Jahren das langlebigste Radiumisotop.

Radium 228 ist Produkt der Thorium 232 - Zerfallsreihe mit einer Halbwertszeit von 5.75 Jahren.

Wer von Radium beim Fracking spricht, der verschweigt oft die natürlich auch vorhandene Quelle: Uran.

Radium ist Mutternuklid des Gases Radon 222.

Radon Radon 222 ist ein Gas mit einer Halbwertszeit von unter 4 Tagen. Es zerfällt zu Feststoffen, die z.B. an Staub anhaften und auch eingeatmet werden und zu Lungenkrebs führen können.

Wo Radon ist, da existiert Radium, das Mutternuklid, welches Radon konstant "nachproduziert".

Frisch gefördertes Erdgas wird in Tanks auch zwischengelagert, um die Radioaktivität des mitgeförderten Radons abklingen zu lassen. In bestimmten Regionen via Fracking gefördertes Gas scheint so hoch mit Radon belastet zu sein, daß der zu frühe Einsatz am heimischen Herd zu einer statistischen Erhöhung der Krebsrate führen kann.

Stützmittel, "proppant" Sand oder z.B. druckfestes Keramikgranulat mit Körnung von teilweise einigen dutzend Millimetern[2]. Die Stützmittel sollen nach Frack Wegbarkeiten für Gas offenhalten. Zum Transport der Stützmittel muss das Frackingfluid je nach Einsatzgebiet bestimmte Viskositäts-Anforderungen erfüllen, da die Stützmittel sonst nicht an den Zeilort gedrückt werden können, sondern absacken.
Seismik Die Erkundung von Untergrundbeschaffenheit durch Vermessung von seismische Wellen hervorgerufen durch Vibration oder Sprengung.