Fracking

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Kurzinfo Fracking / Hydraulic Fracturing

Unter „Fracking“ versteht man die Förderung sogenannter „unkonventioneller Gasvorkommen”. Im Gegensatz zu konventionellen Gasvorkommen ist das Erdgas in undurchlässigen Gesteinsschichten (Schiefer) gebunden (meist in einer Tiefe ab 1km) und muss erst verfügbar gemacht werden. Dies geschieht mittels Bohrung, welche häufig grundwasserführende Schichten durchquert. Dort werden unter hohem Druck „Fracfluide“ eingepresst, ein Gemisch aus Wasser, Sand/Keramikkügelchen und chemischen Additiven. Durch den hohen Druck und die chemischen Zusatzstoffe wird das Gestein aufgebrochen (Risse) – nach Abpumpen der Fracfluide kann das Erdgas herausströmen. Und es gibt nicht das Fracking, sondern jedes Fracking ist anders, d.h. jedes mal stellen sich andere Herausforderungen mit anderen Gefahrenquellen dar!

Problematisch sind vor allem die eingesetzten Chemikalien, welche teils als wassergefährdend, gesundheitsschädlich/giftig und sogar krebserregend eingestuft werden. Auch das zurück an die Oberfläche beförderte Frackwasser („Flowback“) ist bedenklich: Neben den chemischen Additiven enthält es Lagerstättenwasser, welches Benzol, Tuluol und verschiedene, natürlich vorkommende radioaktive Stoffe wie Radium und Radon (im Erdgas) beinhaltet. Die Entsorgung des Flowbacks geschieht durch erneute Verpressung in sogenannte Versenkbohrungen/Disposalbohrungen oder ehemalige Lagerstätten.

Besonders die aromatischen Kohlenwasserstoffe sorgen für Probleme, dies gilt auch für die konventionelle Gasförderung. In Niedersachen kam es in Söhlingen (Landkreis Rotenburg), Völkersen (Kreis Verden) und Hengstlage (Landkreis Oldenburg) zu erhöhten Konzentrationen von Benzol.

Info-Material

Zum Ausdrucken und evtl. weitergeben/ weitersagen:


Weitere Informationen

  • Preisgekrönte ZDFzoom Reportage "Gefährliche Gier – Die riskante Suche nach Erdgas in Deutschland" (Wird leider nicht mehr in der ZDF-Mediathek bereitgesellt.


Studien

Es sind bereits verschiedenen Studien, Berichte und Stellungnahmen erschienen, von denen einige hier aufgeführt werden sollen. Diese Liste ist noch nicht vollständig. (Stand: 06.03.2013)


Gutachten zu Umweltauswirkungen, u.a. inkl. Risikobewertung

Titel: GUTACHTEN. Umweltauswirkungen von Fracking bei der Aufsuchung und Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten. Risikobewertung, Handlungsempfehlungen und Evaluierung bestehender rechtlicher Regelungen und Verwaltungsstrukturen

Auftraggeber: Umweltbundesamt

Seiten: 467

Erschienen: August 2012

Link zur Downloadseite: http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4346.html


Umweltbundesamtes zur Schiefergasförderung

Titel: Einschätzung der Schiefergasförderung in Deutschland (Stellungnahme)

Seiten: 24

Stand: Dezember 2011

Link zum PDF: https://www.umweltbundesamt.de/wasser-und-gewaesserschutz/publikationen/stellungnahme_fracking.pdf

Stichpunkte:

  • Als erster Schritt eine Änderung/Anpassung der „UVP-Verordnung Bergbau“ aus Sicht des Umweltschutzes dringend erforderlich, was zur Folge hätte, dass für künftige Gasschieferexplorationen ein Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt werden müsste.
  • Hier ist besonders auch die rechtliche Bewertung ab Seite 16 interessant


Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zu Grundwasserrisiken

Titel: Grundwasserrisiken - Hydraulic Fracturing

Stand: Mai 2011

Link zum Text: http://www.bmu.de/uebrige-seiten/grundwasserrisiken-hydraulic-fracturing/

Stichpunkte:

  • Zitat: „Beeinträchtigungen der Umwelt sind in jeder Phase des Förderprozesses denkbar.“


Kurzstudie „Unkonventionelles Erdgas“

Titel: Kurzstudie „Unkonventionelles Erdgas“

Autor: Dr. Werner Zittel (Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH, zittel@lbst.de) für ASPO Deutschland (www.energiekrise.de) und Energy Watch Group (www.energywatchgroup.org)

Seiten: 32

Erschienen: 18. Mai 2010

Link zum PDF: http://www.energywatchgroup.org/fileadmin/global/pdf/2010-05-18_ASPO_Kurzstudie_Unkonv_Erdgas.pdf

Stichpunkte:

  • „Werner Zittel ist Energieberater bei der Ludwig-Bölkow-Sytemtechnik GmbH in Ottobrunn. Er hat im Mai des vergangenen Jahres eine Studie über die Chancen und Risiken von unkonventionellem Erdgas veröffentlicht. Ihr Tenor: Die neue Fördertechnik halte nicht, was ihre Befürworter versprechen. Sie sei unrentabel und berge erhebliche Umweltrisiken.“ (Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1595469/ vom 03.11.2011)


Auswirkungen auf Umwelt und menschliche Gesundheit

Titel: Auswirkungen der Gewinnung von Schiefergas und Schieferöl auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit

Auftraggeber: Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments

Seiten: 95

Erschienen: Juni 2011

Link: http://www.europarl.europa.eu/committees/de/studiesdownload.html?languageDocument=DE&file=44390


Titel: Impacts of Shale Gas Extraction on the Environment and on Human Health – 2012 Update

Auftraggeber: Petitions-Ausschuss des Europäischen Parlaments

Seiten: 34

Erschienen: Oktober 2012

Link: http://www.europarl.europa.eu/committees/en/peti/studiesdownload.html?languageDocument=EN&file=77879

Methane contamination of drinking water

Titel: Methane contamination of drinking water accompanying gas-well drilling and hydraulic fracturing

Erschienen: April 2011

Link: http://www.pnas.org/content/108/20/8172.full

Stichpunkte:

  • Die Studie „belegte im Mai dieses Jahres [2011], was die Gasbohrunternehmen jahrelang bestritten haben: Ihre Aktivitäten können das Trinkwasser gefährden. Die Untersuchung von 60 Haushalten ergab: Brunnen in der Nähe einer Schiefergasbohrung enthalten auffällig häufig soviel Methan, dass ihr Wasser brennbar ist.“(Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1595469/ vom 03.11.2011)


Study of Hydraulic Fracturing and Its Potential Impact on Drinking Water Resources

Bearbeitet durch: EPA (United States Environmental Protection Agency)

Informationen unter: http://www.epa.gov/hfstudy/index.html

Stichpunkte: